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Praxis & Medizin

Auch in Deutschland kann man an der Grippe sterben | Praxis

Robert Koch-Institut bestätigt hohe Übersterblichkeit bei starken Grippewellen

Die Grippe (Influenza) betrifft jedes Jahr 5 bis 20 % der Bevölkerung. Die Influenza-Todesfälle werden als sogenannte Exzess-Mortalität (Übersterblichkeit) ermittelt. Das Robert-Koch-Institut hat jetzt die Daten für die Grippewinter von 1984/85 bis 2012/13 veröffentlicht (Epi Bull 2015; 3: 17).

Die Grippewelle 2012/13 war danach mit 23600 Exzess-Todesfällen die schwerste seit 17 Jahren, nur 1995/96 gab es mit 29900 Exzess-Todesfällen noch mehr zusätzliche Tote. Über 90% der Influenzatotetn bei normalen Grippewellen sind über 60 Jahre alt.Bei der Grippewelle 2011/12, die insgesamt relativ schwach verlief, gab es dennoch eine hohe Exzess-Mortalität von 7400. Das RKI vermutet, dass das damals zirkulierende Virus „in der Bevölkerung zwar nicht zu hohen Erkrankungsraten geführt hat, jedoch gerade bei älteren Menschen im Falle einer Erkrankung besonders häufig zu tödlichen Verläufen“. Dass damals besonders viele Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen mit Todesfällen registriert wurden, stützt diese Vermutung.

Die Influenza ist in Deutschland weiterhin mit einer hohen Mortalität versehen. Die Impfung ist nach wie vor die wichtigste und effektivste Vorbeugung, betont die Ständige Imfkommission, die STIKO. Vor allem Angehörige von Risikogruppen sollten verstärkt geimpft werden. Ein Schutz von knapp 50 Prozent ist immer noch besser als gar kein Schutz.