Praxis & Medizin

Darmkrebs: Vorsorge kann Leben retten | Praxis

manche Stuhltests versagen in der Praxis

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in westlichen Ländern. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr etwa 26.000 Menschen an Dickdarmkrebs, bei 62.000 Menschen wird jedes Jahr die Diagnose neu gestellt. Wenn der Dickdarmkrebs früh genug erkannt wird, liegen die Chancen auf Heilung bei nahezu 100%.

Wissenschaftler der Universität von Malaysia konnten kürzlich in einer im renommierten Journal „PLOS One“ veröffentlichten Studie an 100 Darmkrebspatienten und einer populationsbezogenen Kontrollgruppe mit 200 Gesunden zeigen, dass  ein Schnelltest des Stuhls das Enzym M2-PK (Pyruvatkinase M2) in der Lage ist, ziemlich treffsicher über das Vorliegen von Dickdarmkrebs Auskunft zu geben.  Die Genauigkeit des Tests ist  sowohl bei Kranken als auch bei Gesunden sehr hoch.

Der Stuhl wird auf das Enzym getestet, das nur in fetalem und Tumorgewebe vorkommt. Die Erkennungsrate für Karzinome lag laut den Forschern bei 93 Prozent. 97,5 Prozent der Gesunden wurden auch tatsächlich als gesund eingestuft. Die Gesamtgenauigkeit für den M2-PK-Test lag bei rund 96 Prozent, und zwar unabhängig vom Tumorstadium.

Das Enzym M2-PK ist ein Schlüsselenzym bei der Entstehung von Dickdarmpolypen, der Vorstufe von Darmkrebs. Dabei ist der Nachweis unabhängig von einer eventuellen Blutung des Polypen oder Tumors, im Gegensatz zu den herkömmlichen Tests, die Blut oder Blutbestandteile nachweisen.

[Quelle: Goh KL et al., dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0131616]

Im Vergleich dazu liefert der in der kassenüblichen Krebsvorsorge eingesetzte guajakbasierte Test auf okkultes Blut im Stuhl (gFOBT) eine Sensitivität von 8,6% für fortgeschrittene Adenome und 24,2% für Karzinome. Das heißt, dass der gFOBT drei von vier Karzinomen und neun von zehn fortgeschrittenen Adenomen nicht nachweisen kann.

[Quelle: Brenner H et al., Am J Gastroenterol 109: 427-435]

Ist ein Früherkennungstest positiv, muss aber auf jeden Fall eine Darmspiegelung angeschlossen werden, um eine zuverlässige Diagnose stellen zu können Im Rahmen einer solchen Darmspiegelung können gutartige Vorstufen oder Tumoren entfernt werden; Entzündungen können behandelt werden, so dass aus ihnen keine Krebszellen hervorgehen.

Zur Optimierung Ihrer Vorsorge können wir Ihnen den M2-PK-Test in Kombination mit einem Test auf Haptoglobin als Nachweis einer Blutung anbieten. Der Test wird derzeit allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen! Bei Interesse sprechen Sie uns bitte an.