Praxis & Medizin

Künstliche Süßstoffe können Glukoseintoleranz durch Veränderung der Darmflora fördern | Studie

Kalorienfreie künstliche Süßstoffe gehören weltweit zu den am häufigsten verwendeten Zusatzstoffen. Ihre Verwendung gilt als sicher und aufgrund des geringen Kaloriengehalts auch als vorteilhaft, aber bislang ist die wissenschaftliche Datenlage umstritten. Sogar eine Gewichtszunahme durch Insulinausschüttung, welche durch den süßen Geshmack gefördert wird, wurde postuliert.

Nun konnte eine israelische Arbeitsgruppe zeigen, dass der Verzehr von häufig verwendeten Süßstoffen die Entwicklung der Glukosetoleranzstörung durch Veränderungen der Darmflora fördert. Dieser Effekt wird durch Antibiotika-Behandlung aufgehoben, die Transplantation  der veränderten Darmkeime auf keimfreie Mäuse führt auch in den Empfängermäusen zur Glukoseintoleranz. Die süßstoff-induzierte Veränderung der Darmflora konnte auch bei gesunden menschlichen Versuchspersonen gezeigt werden.

Die Autoren fordern aufgrund des gezeigten Zusammenhangs zwischen Süßstoffgebrauch, Veränderung der Darmflora (Dysbiose) und gestörter Glukosetoleranz eine Neubewertung des weltweit sehr ausgedehnten Konsums künstlicher Süßstoffe. Da es bislang noch nicht ausreichend erforscht ist, ob künstliche Süßstoffe tatsächlich zu Gewichtszunahme und Diabetes führen, ist es für die Konsumenten wahrscheinlich besser, möglichst wenig Zucker und Süßstoffe zu sich zu nehmen.

[Suez J et al., Nature (2014) doi:10.1038/nature13793 - published online 17 September 2014]